„Zur Gemeinschaft erschaffen - Du sollst nicht allein bleiben!“
Audio Guide Station 3
1. Mose, Kapitel 2, Verse 18 – 25
Gott, der HERR, sagte: »Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm jemanden zur Seite stellen, der zu ihm passt!« Er brachte alle Landtiere und Vögel, die er aus dem Erdboden geformt hatte, zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Genau so sollten sie dann heißen. Der Mensch betrachtete die Tiere und benannte sie. Für sich selbst aber fand er niemanden, der zu ihm passte und ihm eine Hilfe sein könnte. Da ließ Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf über ihn kommen, entnahm ihm eine Rippe und verschloss die Stelle wieder mit Fleisch. Aus der Rippe formte er eine Frau und brachte sie zu dem Menschen. Da rief dieser: »Endlich gibt es jemanden wie mich! Sie wurde aus einem Teil von mir gemacht – wir gehören zusammen!« Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele. Der Mann und die Frau waren nackt, sie schämten sich aber nicht.
Bedeutung
Der biblische Text betont, der Mann benötigt ein passendes Gegenüber – jemanden, der ihm entspricht und ihn ergänzt. Als erstes zeigt Gott dem Menschen alle Tiere, die er geschaffen hat. Durch die Aufgabe der Namensgebung soll sich der Mensch intensiv mit dem Wesen eines jeden Tieres auseinandersetzen. Genau dieser Prozess führt dem Menschen seine Begabung und Einzigartigkeit und zugleich seine Bedürftigkeit vor Augen. Denn trotz der reichen Artenvielfalt scheint kein passendes Gegenüber für ihn dabei zu sein. Er verspürt nun deutlich die Einsamkeit, von der Gott gesagt hat, dass sie nicht gut für den Menschen sei. Auch wenn dieser Abschnitt der Geschichte vor allem das Zusammenleben von Mann und Frau in den Blick nimmt, zeigen zahlreiche Studien, dass zwischenmenschliche Beziehungen sich auf unsere körperliche und seelische Gesundheit auswirken. Emotionale Gesundheit hängt sehr stark davon ab, wie sehr wir uns mit anderen Menschen verbunden fühlen. Der Mensch braucht von seiner Entstehung im Mutterleib bis zum letzten Atemzug Bindungspersonen um sich, damit er sich gesund entfalten kann. Das zeigt, welche große Bedeutung dieses Thema für die gesamte Gesellschaft hat.
Beim Lesen des Bibelabschnittes könnte die Frage auftauchen, weshalb Gott die Frau gerade aus der Rippe des Mannes erschaffen hat. Die Frau ist aus demselben „Material“ wie der Mann. Dies betont die Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Dennoch sind beide nicht gleichartig. Gerade in dieser von Gott gewollten Unterschiedlichkeit können sie einander bereichern und ergänzen – sowohl in der Partnerschaft bzw. Ehe als auch in unserer Gesellschaft.
Fragen an mich
- Welche Menschen und Begegnungen haben mir in der letzten Zeit gutgetan?
- Wie gehe ich mit Einsamkeit um? Was kann ich dagegen tun?
- Kann ich mein eigenes Geschlecht bejahen? Kann ich die Andersartigkeit des anderen Geschlechts wertschätzen?
- Wo erlebe ich sinnvolle Ergänzung in meiner Partnerschaft bzw. Ehe?
Zitat
„Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Martin Buber