"Die Verlockung – Du kannst getäuscht werden."
Audio Guide Station 4
Bibeltext 1.Mose, Kapitel 3, Verse 1-6
Die Schlange war listiger als alle anderen Tiere, die Gott, der HERR, gemacht hatte. »Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum die Früchte essen dürft?«, fragte sie die Frau. »Natürlich dürfen wir«, antwortete die Frau, »nur von dem Baum in der Mitte des Gartens nicht. Gott hat gesagt: ›Esst nicht von seinen Früchten, ja – berührt sie nicht einmal, sonst müsst ihr sterben!« »Unsinn! Ihr werdet nicht sterben«, widersprach die Schlange, »aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden eure Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.« Die Frau schaute den Baum an. Er sah schön aus! Es wäre bestimmt gut, von ihm zu essen, dachte sie. Seine Früchte wirkten verlockend, und klug würde sie davon werden! Sie pflückte eine Frucht und biss hinein. Dann reichte sie die Frucht ihrem Mann, der bei ihr stand, und auch er aß davon.
Bedeutung
Die beiden hatten allen Grund völlig zufrieden zu sein. Sie konnten nach Herzenslust essen, trinken, arbeiten, ruhen, sich aneinander erfreuen und die Beziehung mit Gott genießen. Aber Glück bringt oft Neid hervor. Die Bibel berichtet von einer Schlange, dieses seltsame Wesen, das Gottes gute Absichten in das Gegenteil verkehrt. Sie stellt Gottes Charakter als kleinlich und einengend dar. Einem anfänglichen Spiel mit der Wahrheit folgt die Lüge. Gott selbst hätte sie angelogen, flüstert die Schlange der Frau zu. Eva geht auf die Argumentation der Schlange ein. Deshalb kann sie bei genauerer Betrachtung des Baumes nicht erkennen, was daran gefährlich sein soll. Im Gegenteil, seine Früchte sehen doch köstlich aus! Das Verbot ergibt für sie keinen Sinn mehr. Die Worte der Schlange erscheinen Eva glaubwürdiger als Gottes Worte. Was sich in Gedanken bereits vollzogen hat, wird nun zur Tat, indem sie und Adam, der dem ganzen Vorgang tatenlos gefolgt war, von der Frucht essen. Anstatt sich mit all dem Überfluss zufriedenzugeben, mit dem Gott sie beschenkt hatte, führt die Schlange die beiden dazu, sich nach etwas auszustrecken, das sie angeblich glücklicher macht als die Versorgung durch Gott.
Fragen an mich
- Wie gelang es der Schlange bei Eva und Adam das Vertrauen in die Fürsorge Gottes zu zerstören?
- Wo habe ich mich schon täuschen lassen?
- Kann ich mir vorstellen, dass Gott mir etwas Gutes vorenthält? Wie zeigt sich das in meinem Leben?
Zitat
„Die größte List des Bösen besteht darin, sich als gut erscheinen zu lassen.“ Charles Baudelaire
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